Vor dem Kauf

Alea und Ari von der Hohenloher Ebene (Foto: Sandra Räse)

Voraussetzung für den Welpenkauf

Bevor Sie einen Welpen erwerben, sollten Sie folgendes überlegen:

  • Haben Sie genügend Zeit für die tägliche Beschäftigung mit dem Tier? 1-2 Stunden dauern schon allein die täglichen Spaziergänge, hinzu kommt die Zeit für Erziehung, Fell- und Körperpflege! Der Hund ist ein Rudeltier und sollte nicht länger als 4 Stunden allein gelassen werden. Ein Welpe braucht ganztags die Nähe seiner Menschen.
  • Wer versorgt den Vierbeiner im Krankheitsfall?
  • Gibt es in Ihrer Nähe genügend Auslaufmöglichkeiten für Ihren zukünftigen Vierbeiner?
  • Liegt bei einer Mietwohnung die Erlaubnis des Vermieters vor?
  • Sind Sie bereit Verantwortung zu übernehmen ein Hundeleben lang (12 – 15 Jahre)?
  • Sind Sie lernbereit, um sich auf die Bedürfnisse eines Hundes einzustellen?
  • Die Urlaubsfrage ist geklärt? Der Hund fährt mit!
  • Und nicht vergessen: sind ausreichende finanzielle Mittel vorhanden, um alle durch den Hund entstehende Kosten wie Ernährung, Pflege, Tierarzt, Hundesteuer, Versicherung für die Dauer seines Lebens aufzubringen?

Sehr Wichtig

Was ist beim Kauf eines Eurasierwelpen zu beachten

Seien Sie ein kritischer Käufer, kaufen Sie nicht irgendwo irgendwas, nur weil Sie schnell ein Hundebaby wollen.Der Hund begleitet Sie 12 - 15 Jahre, deshalb, ...wählen Sie mit Bedacht Ihren Eurasierwelpen aus.

Champ-Balu vom Darrhof
Immer häufiger werden über Zeitungen Tiere unter dem Namen Eurasier angeboten. Dabei handelt es sich meist nicht um rassereine Tiere, sondern um spitzartige bunte Mischlinge, die für teures Geld verkauft werden. Mit dem innerhalb des EKW kontrolliert gezüchteten Eurasier haben diese Tiere wenig gemeinsam. Leider ist der Name Eurasier markenrechtlich nicht geschützt.

Um den Qualitätseurasier von Tieren aus unkontrollierten Vermehrungszuchten außerhalb des VDH unterscheiden zu können, weist ein Zertifikat den Eurasier aus seriöser und fachkundig kontrollierter Zucht als besonderen Hund mit Gütesiegel aus. Ausgestellt wird das Zertifikat von der
Internationalen Föderation für Eurasierzucht .

Die planvoll und unter hohen Anforderungen gezüchteten Welpen wachsen im Kreis der Züchterfamilie auf und werden so frühzeitig auf Menschen und Umwelteinflüsse geprägt.

Erstausstattung

Erstausstattung des Welpen


Futter- und Wassernapf , der leicht zu reinigen ist und nicht verrutscht.
Futter:
Zunächst füttern Sie wie es Ihr Züchter empfiehlt und verfüttern das mitgegebene gewohnte Futter. Erst so nach und nach können Sie ungewohntes Futter einführen, wenn Sie dies wollen.
Gamay und Grishan_Stuehbusch
Halsband und Leine:
Zunächst genügt ein leichtes billiges Halsband aus Kunststoff mit entsprechend leichter Leine und kleinem Karabinerhaken. Keinesfalls sollte der Welpe ein wuchtiges Halsband oder Geschirr tragen mit schweren Karabinerhaken. Eine kleine Plakette am Halsband mit Ihrer Telefonnummer könnte hilfreich sein.
Pflege:
Ein Metallkamm und eine Bürste reichen zunächst völlig aus. Viele aussortierte Handtücher sind willkommen, bei einem patschnassen Hund, um ihn trocken zu rubbeln.


Liegeplatz:
Es genügt eine waschbare Baumwolldecke an einem trockenem zugluftfreien Ort, von dem aus der Welpe seine Familie beobachten kann. Bevorzugt werden höhlenartige Gebilde wie z. B. unter dem Tisch, unter dem Schreibtisch, hinter dem Sofa oder Sessel.
Die ersten Nächte:
Der kleine Welpe darf in den ersten Nächten keinesfalls alleine gelassen werden. Sinnvoll ist ein großer Pappkarton neben dem Bett, in dem der kleine Welpe bequem liegen kann, Sie riecht, hört und Ihre Hand beim Kraulen spürt. Da der Welpe sein Lager nicht beschmutzt, wird er sich melden, wenn er "muss" und Sie können ihn auf dem Arm nach draußen tragen. So passiert kein Malheur und Ihr Welpe ist zufrieden.
Oder Sie ziehen mit Ihrem Bett und Welpen in einen Raum mit pflegeleichtem Boden um, wo eine Pfütze kein Unglück darstellt.
Spielzeug:
Die Industrie bietet viele bunte Dinge an, die quietschen, oder sich bewegen. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Es geht aber auch billiger. Ein Tau zum zerren, Äste zum zernagen, ein Ball für das gemeinsame Spiel, eine Kiste voller Tannenzapfen zum buddeln und suchen von Leckerlis, Rappeldosen. Alles Dinge, die nichts kosten, aber Ihrem Welpen Freude bereiten.
Garten:
Der kleine Welpe ist findig und buddelt nur allzu gerne. Überprüfen Sie den Zaun auf Ausbruchsicherheit.
Machen Sie alle für Hunde giftigen Pflanzen für den Welpen unzugänglich oder entfernen Sie diese.
Auto:
Wo wird der Hund sitzen? Benötigen Sie ein Trenngitter? Vom Gesetzgeber ist die Sicherung des Vierbeiners vorgeschrieben. In jedes Auto gehören Handtücher, eine gefüllte Wasserflasche, ein Napf und eine waschbare Hundedecke aus Baumwolle.
Steuer und Versicherung:
Der EKW bietet seinen Mitgliedern eine günstige Hundehalterhaftpflichtversicherung an. Auf jeden Fall muss der Hund versichert sein. Für die Hundesteuer erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde nach den Modalitäten.
Welpentreff:
Nur bis zur 16. Lebenswoche gilt ein junger Hund als Welpe. Nutzen Sie diese wichtige Zeit für den Besuch einer Welpenspielstunde. Das Angebot ist groß. Wichtige Hinweise finden Sie in "Ein kleines Welpenbrevier", welches der EKW extra für Sie herausgegeben hat.
Termine:
Sagen Sie alle unwichtigen Termine ab und widmen sich in den ersten Tagen nur Ihrem Welpen bis er eingewöhnt ist.
Spaziergänge:
Erkundigen Sie sich rechtzeitig, wo ein junger Hund ohne Leine toben und rennen kann und nicht gefährdet ist. Der Kontakt zu Artgenossen ist wichtig. Besorgen Sie sich Fifitüten (Plastikbeutel tun es auch), um die Hinterlassenschaften Ihres Vierbeiners notfalls zu entsorgen.
Wohnung:
Überprüfen Sie Ihre Wohnung auf Hundesicherheit. Wertvolle Porzellansachen in Nasenhöhe des Welpen sind akut gefährdet. Deponieren Sie Ihren wertvollen Teppich für einige Zeit auf dem Speicher, bis Ihr Welpe zuverlässig stubenrein ist. Stromkabel sind interessante Nageobjekte. Giftige Zimmerpflanzen müssen hochgestellt werden. Da Welpen anfangs nur wenig Treppen laufen sollten, sind vielleicht Treppengitter sinnvoll, eigentlich für Kleinkinder entwickelt, aber auch für Welpen nützlich.
Literatur:
Es gibt viele gute Bücher über die Erziehung eines Welpen. Lassen Sie sich beraten. Tipps zur Stubenreinheit, erste Erziehungsübungen und Hinweise zur Prägung dürfen nicht fehlen. Die modernen Erziehungsmethoden bauen auf Motivitation, Konsequenz, gemeinsames Erleben und hundliche Verhaltensweisen auf. Deshalb sollte auch immer ein Kapitel über Körpersprache und Signale des Hundes eingefügt sein. Kaufen Sie kein Buch, welches auf Strafen und Wegsperren des Welpen beruht, das wäre nicht eurasiergerecht. Die Welle "Käfig in der Wohnung zum Wegsperren des Welpen" schwappt aus Amerika nach Europa und hat bereits Eingang in die Literatur gefunden. Alle Eurasierexperten warnen jedoch vor solchen Methoden.

Wie konntest du nur

Der Entschluss, ein Tier in die Familie aufzunehmen, bedeutet eine Verpflichtung, welche für die Lebensdauer des Tieres anhält!


Als ich noch ein Welpe war, unterhielt ich Dich mit meinen Possen und brachte Dich zum Lachen. Du nanntest mich Dein Kind, und trotz einer Anzahl durchgekauter Schuhe und so manchem abgeschlachteten Sofakissen wurde ich Dein bester Freund. Immer wenn ich "böse" war, erhobst Du Deinen Finger und fragtest mich "Wie konntest Du nur?" - aber dann gabst Du nach und drehtest mich auf den Rücken, um mir den Bauch zu kraulen.
Mit meiner Stubenreinheit dauerte es ein bisschen länger als erwartet, denn Du warst furchtbar beschäftigt, aber zusammen bekamen wir das in den Griff. Ich erinnere mich an jene Nächte, in denen ich mich im Bett an Dich kuschelte und Du mir Deine Geheimnisse und Träume anvertrautest, und ich glaubte, das Leben könnte nicht schöner sein.
Gemeinsam machten wir lange Spaziergänge im Park, drehten Runden mit dem Auto, holten uns Eis (ich bekam immer nur die Waffel, denn "Eiskrem ist schlecht für Hunde", sagtest Du), und ich döste stundenlang in der Sonne, während ich auf Deine abendliche Rückkehr wartete.


Allmählich fingst Du an, mehr Zeit mit Arbeit und Deiner Karriere zu verbringen - und auch damit, Dir einen menschlichen Gefährten zu suchen. Ich wartete geduldig auf Dich, tröstete Dich über Liebeskummer und Enttäuschungen hinweg, tadelte Dich niemals wegen schlechter Entscheidungen und überschlug mich vor Freude, wenn Du heimkamst und als Du Dich verliebtest.
Sie, jetzt Deine Frau, ist kein "Hundemensch" - trotzdem hieß ich sie in unserem Heim willkommen, versuchte ihr meine Zuneigung zu zeigen und gehorchte ihr.Ich war glücklich, weil Du glücklich warst.

Dann kamen die Menschenbabies, und ich teilte Deine Aufregung darüber. Ich war fasziniert von ihrer rosa Haut und ihrem Geruch und wollte sie genauso bemuttern. Nur dass Du und Deine Frau Angst hattet, ich könnte ihnen wehtun, und so verbrachte ich die meiste Zeit verbannt in einem anderen Zimmer oder in meiner Hütte. Oh, wie sehr wollte auch ich sie lieben, aber ich wurde zu einem "Gefangenen der Liebe".
Als sie aber grösser waren, wurde ich ihr Freund. Sie krallten sich in meinem Fell fest, zogen sich daran hoch auf wackligen Beinchen, pieksten ihre Finger in meine Augen, inspizierten meine Ohren und gaben mir Küsse auf die Nase. Ich liebte alles an ihnen und ihre Berührung - denn Deine Berührung war jetzt so selten geworden - und ich hätte sie mit meinem Leben verteidigt, wenn es nötig gewesen wäre.


Ich kroch heimlich in ihre Betten, hörte ihren Sorgen und Träumen zu, und gemeinsam warteten wir auf das Geräusch Deines Wagens in der Auffahrt. Es gab einmal eine Zeit, da zogst Du auf die Frage, ob Du einen Hund hättest, ein Foto von mir aus der Brieftasche und erzähltest Geschichten über mich. In den letzten Jahren hast Du nur noch mit "Ja" geantwortet und das Thema gewechselt. Ich hatte mich von "Deinem Hund" in "nur einen Hund" verwandelt, und jede Ausgabe für mich wurde Dir zum Dorn im Auge.
Jetzt hast Du eine neue Berufsmöglichkeit in einer anderen Stadt, und Du und sie werdet in eine Wohnung ziehen, in der Haustiere nicht gestattet sind. Du hast die richtige Wahl für "Deine" Familie getroffen, aber es gab einmal eine Zeit, da war ich Deine einzige Familie.

Ich freute mich über die Autofahrt, bis wir am Tierheim ankamen. Es roch nach Hunden und Katzen, nach Angst, nach Hoffnungslosigkeit. Du fülltest die Formulare aus und sagtest "Ich weiss, Sie werden ein gutes Zuhause für sie finden". Mit einem Achselzucken warfen sie Dir einen gequälten Blick zu. Sie wissen, was einen Hund oder eine Katze in "mittleren" Jahren erwartet - auch mit "Stammbaum". Du musstest Deinem Sohn jeden Finger einzeln vom Halsband lösen, als er schrie "Nein, Papa, bitte! Sie dürfen mir meinen Hund nicht wegnehmen!"

Und ich machte mir Sorgen um ihn und um die Lektionen, die Du ihm gerade beigebracht hattest: über Freundschaft und Loyalität, über Liebe und Verantwortung, und über Respekt vor allem Leben. Zum Abschied hast Du mir den Kopf getätschelt, meine Augen vermieden und höflich auf das Halsband und die Leine verzichtet. Du hattest einen Termin einzuhalten, und nun habe ich auch einen.

Nachdem Du fort warst, sagten die beiden netten Damen, Du hättest wahrscheinlich schon seit Monaten von dem bevorstehenden Umzug gewusst und nichts unternommen, um ein gutes Zuhause für mich zu finden. Sie schüttelten den Kopf und fragten "Wie konntest Du nur?".

Sie kümmern sich um uns hier im Tierheim so gut es eben geht. Natürlich werden wir gefüttert, aber ich habe meinen Appetit schon vor Tagen verloren. Anfangs rannte ich immer vor ans Gitter, sobald jemand an meinen Käfig kam, in der Hoffnung, das seiest Du - dass Du Deine Meinung geändert hättest - dass all dies nur ein schlimmer Traum gewesen sei... oder ich hoffte, dass es zumindest jemand wäre, der Interesse an mir hätte und mich retten könnte. Als ich einsah, dass ich nichts aufzubieten hatte gegen das vergnügte Um-Aufmerksamkeit-Heischen unbeschwerter Welpen, ahnungslos gegenüber ihrem eigenen Schicksal, zog ich mich in eine ferne Ecke zurück und wartete.

Ich hörte ihre Schritte als sie am Ende des Tages kam, um mich zu holen, und trottete hinter ihr her den Gang entlang zu einem abgelegenen Raum. Ein angenehm ruhiger Raum. Sie hob mich auf den Tisch und kraulte meine Ohren und sagte mir, es sei alles in Ordnung. Mein Herz pochte vor Aufregung, was jetzt wohl geschehen würde, aber da war auch ein Gefühl der Erleichterung. Für den Gefangenen der Liebe war die Zeit abgelaufen. Meiner Natur gemäss war ich aber eher um sie besorgt. Ihre Aufgabe lastet schwer auf ihr, und das fühlte ich, genauso wie ich jede Deiner Stimmungen erfühlen konnte.


Behutsam legte sie den Stauschlauch an meiner Vorderpfote an, während eine Träne über ihre Wange floss. Ich leckte ihre Hand, um sie zu trösten, genauso wie ich Dich vor vielen Jahren getröstet hatte. Mit geübtem Griff führte sie die Nadel in meine Vene ein. Als ich den Einstich fühlte und spürte, wie die kühle Flüssigkeit durch meinen Körper lief, wurde ich schläfrig und legte mich hin, blickte in ihre gütigen Augen und flüsterte "Wie konntest Du nur?".

Vielleicht verstand sie die Hundesprache und sagte deshalb "Es tut mir ja so leid". Sie umarmte mich und beeilte sich mir zu erklären, es sei ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass ich bald an einem besseren Ort wäre, wo ich weder ignoriert noch missbraucht noch ausgesetzt werden könnte oder auf mich alleine gestellt wäre - einem Ort der Liebe und des Lichts, vollkommen anders als dieser irdische Ort. Und mit meiner letzten Kraft versuchte ich ihr mit einem Klopfen meines Schwanzes zu verstehen zu geben, dass mein "Wie konntest Du nur?" nicht ihr galt.

Du warst es, mein geliebtes Herrchen, an den ich dachte. Ich werde für immer an Dich denken und auf Dich warten.

Möge Dir ein jeder in Deinem Leben so viel Loyalität zeigen.

Text aus: Jim Willis, 'Die leise Stimme der Seele'
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